Anlässlich der Delegiertenversammlung der Aktion für vernünftige Energiepolitik (AVES) wurden die Initiativen "Strom ohne Atom" und "Moratorium Plus" durch Nationalrätin Doris Leuthard (CVP, Aargau, contra) und Nationalrat Rudolf Rechsteiner (SP, Basel-Stadt, pro) erläutert. Die AVES hat anschliessend folgende RESOLUTION verabschiedet:

SCHLUSS MIT ILLUSIONEN
2 X NEIN ZU DEN ATOM-AUSSTIEGS-INITIATIVEN

Die Aktion für vernünftige Energiepolitik der Schweiz (AVES) lehnt die beiden Atom-Ausstiegs-Initiativen aus Verantwortungsbewusstsein ab. Der Verzicht auf die Kernenergie ist volkswirtschaftlich schädlich und wegen den enormen Folge-kosten von Dutzenden von Milliarden Franken sozial nicht zu verantworten. Auch mit Blick auf die gesetzlich vorgeschriebene CO2-Reduktion von 10 % stellt der Ausstieg aus der Kernenergie keine wünschbare Option dar, da er auf länge-re Sicht im In- und Ausland zur Erhöhung des CO2-Ausstosses führen würde.

Es ist eine Illusion zu glauben, der Ausstieg aus der Kernenergie sei gratis zu haben: Beim Ersatz des schweizerischen Atomstroms durch Strom aus anderen Produktionsquellen sowie Rationalisierungsmassnahmen fallen Folgekosten je nach gewähltem Ausstiegs-Szenario von mindestens 29 bis mindestens 62 Milliarden Franken an. Dies sind Mindestkosten (!) von rund Fr. 4000.- bis 9000.- pro Person oder Fr. 20'000.- bis 45'000.- pro fünfköpfigen Haushalt. Dies wird über höhere Steuern und höhere Stromtarife jede Familie und jeden Einzelnen direkt und indirekt belasten.

Es ist ebenfalls eine Illusion zu meinen, der Atom-Ausstieg sei ohne ökologisch negative Fol-gen zu bewerkstelligen: Es bestehen keine Zweifel, dass der Atom-Ausstieg zum weitaus grössten Teil eine Verlagerung auf fossil erzeugten Strom - vor allem aus Erdgas, teils aber auch aus Öl und Kohle - bewirkt. Dies ist mit der ökologischen Zielsetzung des Bundes (Bekämpfung des Treibhauseffektes) nicht vereinbar. Eine weitere Illusion ist die Hoff-nung, dass sogenannte neue Erneuerbare Energiequellen z.B. Solarstrom oder Strom aus Windkraft den Ausfall an Atomstrom ersetzen könne. Dies ist kurz- und mittelfristig nicht möglich. Längerfristig hingegen, also auf Jahrzehnte hinaus betrachtet, könnte ein solches Ausstiegs-Szenario zu einer "Verspargelung" der Landschaft mit Windrädern und zu einer "Verspiegelung" mit Solar-Panels führen. Dies ist unter naturschützerischen Aspek-ten nicht akzeptabel. Auch das Ausweichen auf riesige Windräderparks in der Nordsee ist eine Illusion, da dies u.a. am Widerspruch der deutschen Nachbarn scheitert.



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