Atomausstieg für die Stadt Luzern? Nun entscheidet das Volk

Zweimal Nein zu unausgegorener Energiepolitik

Am 25. Oktober tagte die Luzerner Gewerbekammer, das wirtschaftspolitische Organ des Kantonalen Gewerbeverbandes. Schwerpunkt der Veranstaltung, zu der auch alle Mitglieder des städtischen Wirtschaftsverbandes eingeladen und stimmberechtigt waren, war die städtische Abstimmungsvorlage vom 27. November.

An diesem Tag wird über eine Initiative der Jungen Grünen befunden, die verlangt, dass in der Stadt Luzern ab 2035 kein Strom aus Kernenergie mehr verwendet werden darf. Dieser stellt heute 56 Prozent des gesamten Energiebedarfs sicher. Die anwesenden Gewerbler sprachen sich dabei nicht nur gegen die «unrealistische» Initiative der Jungen Grünen aus, sondern auch gegen den Gegenvorschlag des Stadtrates, der den Ausstieg 10 Jahre später vorsieht. Und dies in aller Deutlichkeit, trotz vehementer Fürsprache von Stadträtin Ursula Stämmer (SP) und Neo-Ständerat Georges Theiler (FDP). Für Zentralpräsident Ruedy Scheidegger muss Energiepolitik Sache des Bundes bleiben: «Da kann nicht jede Gemeinde in der Schweiz ihre eigenen Brötchen backen.» Ausserdem: Bevor man präventiv einen kompletten Ausstieg aus der Atomenergie beschliesst, müsse zuerst aufgezeigt werden, wie man die Versorgungssicherheit der produzierenden Betriebe zu konkurrenzfähigen Preisen garantieren kann.

Im Falle der Annahme beider Vorlagen empfehlen die Delegierten des Gewerbeverbandes konsequenterweise das «kleinere Übel», die Annahme des Gegenvorschlags.

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