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Resolution der AVES Aargau vom 17. Mai 2011:
Kein Handeln entgegen der Fakten –
Ausstieg aus der Kernenergie keine valable Option
Wasserkraft (54 %) und Kernenergie (41 %) prägen den Schweizer Strommix und gewähren die
sichere Versorgung unseres Landes mit günstigem Strom. Die Kernenergie lässt sich auf absehbare
Zeit nur durch Kohle-, Gas- oder Ölkraftwerke ersetzen. Damit wäre aber eine unmittelbare und
massive Belastung der Umwelt mit Schadstoffen und CO2 verbunden. Auf absehbare Zeit führt kein
Weg an der Kernkraft vorbei. Ein Ausstieg heute oder in den nächsten Jahren wäre unverantwortlich.
Sicherheit ist ein Prozess; die AVES Aargau begrüsst die Schritte zur weiteren Verbesserung der
Schweizer Kernkraftwerke.
Bewährter Schweizer Strommix
Der Schweizer Strom stammt zu 54 % aus Wasser-, zu 41 % aus Kernkraft. Der Strommix ist nahezu
CO2-frei und klimaneutral (http://www.stromzukunft.ch/versorgung/schweizer-strommix/).
Sowohl mit den Laufwasserkraftwerken als auch mit den Kernkraftwerken lässt sich Bandenergie
herstellen. Bandenergie deckt den „Grundbedarf“ an elektrischem Strom ab. Dank des Strommix
weist die Bandenergie in der Schweiz tiefe Produktionskosten auf. Eine Verteuerung der Bandenergie
wäre volkswirtschaftlich schädlich (Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts
und damit Verlust von Arbeitsplätzen im sekundären Sektor; vgl. etwa
http://www.economiesuisse.ch/de/themen/enu/stromversorgung/Seiten/default.aspx).
Solar- und Windenergie als Alternativen?
Neue Laufwasserkraftwerke lassen sich an Schweizer Gewässern zwar theoretisch noch errichten. Ein
Bau würde in vielen Fällen (etwa am Hochrhein) aber starke Eingriffe in die Umwelt provozieren,
welche nicht mehr hingenommen werden. Deshalb liegt der Fokus richtigerweise auf der Leistungssteigerung
bestehender Werke (z.B. Laufenburg oder Ruppoldingen) oder dem Ersatz derselben (z.B.
Rheinfelden). Die neuen Pumpspeicherwerke (z.B. Linth-Limmern oder Cleuson-Dixence) werden
dereinst keine Bandenergie für die Schweiz liefern, sondern Spitzenenergie für das europäische
Stromnetz (vgl. etwa das Energiekonzept 2050 der deutschen Bundesregierung, welches explizit auf
Pumpspeicherwerke in den Alpen hinweist). Trotz grossen Kapazitäten können die neuen Pumpspeicherwerke
daher keine Kernkraftwerke ersetzen.
Solar- und Windenergie werden staatlich gefördert (in der Schweiz: Kostendeckende Einspeisevergütung
nach Energiegesetz). Trotz grossen Steigerungen und einem gewissen Potenzial machen beide
Arten der Stromproduktion nur einen sehr kleinen, fast unbedeutenden Anteil im Schweizer Strommix
aus. Dies nicht ohne Grund: Einerseits ist die Schweiz eher schlecht für den Einsatz diese Formen
der Stromproduktion geeignet (keine optimale Sonneneinstrahlung, unregelmässiges Wetter, wenig
geeignete Standorte für Windturbinen im Tourismusland Schweiz, etc.). Andererseits handelt es sich
dabei um sogenannte „stochastische Energien“: Die Produktion nimmt nicht gleichmässig zur
Sonnenstrahlung oder zu den Winden zu oder ab, sondern exponentiell.
Daher eignen sich Solar- oder Windkraftwerke in der Schweiz nicht zur Produktion von Bandenergie.
Bandenergie muss ständig zur Verfügung stehen; - nicht nur dann, wenn die Sonne scheint oder der
Wind stark bläst. Zudem sind beide Formen der Energiproduktion teuer und belasten die Stromnetze
stark. Neben einen schwankenden Verbrauch tritt eine schwankende Produktion. Dies verteuert den
Strom zusätzlich, da sich Angebot und Nachfrage ständig entsprechen müssen (sonst bricht das Netz
zusammen) und daher Systemdienstleistungen eingekauft werden müssen (unter anderem Reservehaltung
von Energie für den Ausfall oder die Abnahme der Produktion).
Trotz der relativ starken Umweltbelastung (Schwermetalle in den Siliziumzellen und sehr hoher Anteil
„grauer Energie“) haben Solar- und Windkraft ihren Platz in den Produktionsparks. Die AVES
Aargau steht zu ihrem Credo „alle Energien nutzen“. Aber selbst ein massives Aufstocken der Subventionen
für neue erneuerbare Energien könnte auf absehbare Zeit nicht dazu führen, etwas Grundlegendes
am Schweizer Strommix zu ändern. Dies nicht aus politischen, sondern aus technischen
Gründen.
Eine neue erneuerbare Energie mit echtem Potenzial ist die Geothermie. Aber deren Zukunft ist nach
dem Basler Erdbeben in der Schweiz völlig offen.
Wollen wir wirklich Kohle-, Gas- oder Ölkraftwerke?
Realistischerweise liessen sich Kernkraftwerke nur durch Kohle-, Gas- oder Ölkraftwerke ersetzen.
Damit ist die Produktion von relativ günstiger Bandenergie möglich wie etwa in Deutschland – auf
Kosten der Umwelt.
Jedoch muss ein Schwergewicht der Schweizer und Aargauer Energiepolitik in der Entkarbonisierung
liegen (so auch die neuen Studien der ETH). Kohle- und Ölkraftwerke produzieren nicht nur Schadstoffe,
sie sind auch – wie die Gaskraftwerke – für einen massiven CO2-Aussstoss verantwortlich. Der
CO2-Ausstoss darf aber nicht zusätzlich erhöht werden! Damit würde auf Kosten des Rests der Welt
der Treibauseffekt und damit der Klimawandel verstärkt.
Wer Nein sagt zum Schweizer Strommix und seinem Anteil an Wasser- und Kernkraft, sagt Ja zum
Klimawandel – ob gewollt oder nicht. Wer Nein sagt zum Schweizer Strommix, muss damit auch Nein
sagen zu „Kyoto“ und der Verpflichtung der Schweiz, den CO2-Aussstoss zu verringern.
Sicherheit ist ein Prozess
Jedes Kernkraftwerk birgt ein Restrisiko; das ist ein Faktum. Aber jedes Restrisiko lässt sich
minimieren; darum gibt es Sicherheitsstandards. Die Gewährung der Sicherheit von Kernenergieanlagen
(übrigens auch von Forschungsreaktoren oder Geräten der Nuklearmedizin) ist ein ständiger
Prozess, und das ist gut so.
Auch für die Schweizer Kernkraftwerke sind die bereits sehr strengen Sicherheitsstandards laufend
neuen Erkenntnissen anzupassen. Dafür sorgt unter anderem das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat
(ENSI; www.ensi.ch). Der Umstand, dass ein Werk nachgerüstet werden muss, bedeutet
nicht, dass
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