Zur Pressekonferenz von Bundesrat Leuenberger vom 21. Februar 2008 zur Energiepolitik:

Viel Aktivismus - keine Fortschritte bei der Sicherung der Stromversorgung

Für die Aktion für vernünftige Energiepolitik der Schweiz (AVES) lag das Ergebnis der Medienkonferenz von Bundesrat Leuenberger etwa im Rahmen der bescheidenen Er-wartungen. Es wurde viel von CO2-Emissionen, Energieeffizienz und erneuerbaren Energien gesprochen, das Hauptproblem der schweizerischen Energiepolitik jedoch völlig ausgeblendet, nämlich die absehbare und sich rasant öffnende Versorgungslü-cke beim Strom ("Stromlücke").

Vorschriften, Vorschriften, Vorschriften……
Die im Rahmen der energiepolitischen Aktionspläne für erneuerbare Energien und Energie-effizienz vorgestellten Massnahmen drohen in einen gewaltigen Vorschriftendschungel und Subventionszirkus zu münden. Die AVES befürchtet, dass hier zu viel des Guten getan wird und der gesunde Menschenverstand allzu stark in den Hintergrund rücken könnte. Eingriffe in die marktwirtschaftlichen Abläufe sollten nur mit der nötigen Vorsicht und Zurückhaltung erfolgen. Über das Problem der technischen Handelshemmnisse, die die neuen Produk-tevorschriften mit sich bringen, wurde kein Wort verloren.

Abgaben, Abgaben, Abgaben…..
Die Energie-Bürokratie hält weiterhin an der Vorstellung fest, dass Lenkungsabgaben die Probleme lösen können. Dass die geltende CO2-Abgabe beim heutigen Preisniveau für fos-sile Energieträger eine völlige sinnlose Umverteilungsübung ist, weiss zwar jeder energiepo-litisch interessierte Mitbürger. Da sie praktisch nichts bewirkt - so die seltsame Schlussfolge-rung von Bundesrat Leuenberger - soll diese "Lenkungsabgabe" erhöht sowie auf die Treibs-toffe und andere Treibhausgase ausgedehnt werden. Will man da durch die Hintertüre sogar die "Furz-Steuer" für das Rindvieh unserer Bauern einführen? Die beabsichtigte Einführung einer (Teil-)Zweckbindung beweist exemplarisch, dass die CO2-Abgabe als Lenkungsabgabe unwirksam ist.

Keine Lösungen für die "Stromlücke"
Die AVES weist seit längerer Zeit darauf hin, dass das wichtigste zu lösende Energieproblem in der langfristigen Sicherung einer genügenden Stromversorgung liegt. Zu diesem zentralen Punkt in der schweizerischen Energiepolitik wurden von Bundesrat Leuenberger keine Aus-sagen gemacht. Es deutet alles daraufhin, dass die schleppende Behandlung dieses Prob-lems und die seit Jahren von Bundesrat Leuenberger verfolgte Verzögerungstaktik weiterge-führt werden sollen.

zurück



AVES Schweiz
Gubelstrasse 17, Postfach 4733, 6304 Zug, Telefon 041 544 25 44, Fax 041 544 25 45, E-Mail info@aves.ch