Endlager: AVES für strafferen Zeitplan und realistische Lagerkapazität
Medienmitteilung 19. April 2007

In ihrer Vernehmlassung zum Sachplan für ein Endlager für radioaktive Abfälle fordert die Aktion für vernünftige Energiepolitik der Schweiz AVES fordert nun ein zügigeres Vorgehen und vor allem keine Einschränkung der Lagerkapazität. Die Endlagerfrage muss unabhängig von der Energiepolitik
behandelt werden.

Keine Verzögerungen beim Zeitplan
Auch wenn die AVES ein Sachplanverfahren als demokratisches Mittel der Meinungsbildung befürwortet, fordert sie, dass der Zeitplan gestrafft wird. Die AVES sieht sich damit in guter Gesellschaft mit Energieminister Moritz
Leuenberger, der versprach, dass ein Standortentscheid für ein geologisches Tiefenlager in der Schweiz bis 2010 möglich sei. Und in seinem positiven Entscheid zum Entsorgungsnachweis hat der Gesamt-Bundesrat festgehalten,
dass der Konzeptteil Mitte 2007 verabschiedet wird. Ein zu langes Partizipationsverfahren ist auch für die AVES nicht zweckmässig.

Ohne Einschränkung der Lagerkapazität
Das Sachplanverfahren soll sich nicht auf radioaktive Abfälle aus bestehenden Kernkraftwerken beschränken. Im schweizerischen Kernenergiegesetz ist die Option neuer Kernkraftwerke verankert und in seiner kürzlich vorgestellten neuen Energiepolitik hat der Bundesrat festgehalten, dass bestehende Kernkraftwerke durch neue Werke ersetzt werden sollen. Das Kernenergiegesetz schreibt vor, dass in der Schweiz anfallende radioaktive Abfälle auch im Inland entsorgt werden müssen. Der Entsorgungsnachweis ist erbracht und vom Bundesrat genehmigt. Der Sachplan muss darum als raumplanerisches Instrument eingesetzt werden; er darf keinesfalls benützt werden, um Energiepolitik zu betreiben. Im Sachplan darf also keine Einschränkung der Lagerkapazität gemacht werden. Mit dieser Forderung ist die AVES auf der Linie der Fachwelt, besonders auch der CVP,
FDP und SVP.

Die Endlagerfrage unabhängig von der Energiepolitik behandeln
Die AVES legt schliesslich Wert darauf, dass das Sachplanverfahren im Interesse der Sache zügig und für die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger allzeit überschaubar durchgeführt wird. Die Lagerung radioaktiver Abfälle
muss unabhängig von der Energiepolitik und auch unabhängig von neuen Kernkraftwerk-Projekten angegangen werden.

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